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Chanoyu – japanische Teezeremonie

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Meditation, innere Ruhe und eine Auszeit von der Außenwelt stehen bei der japanischen Teezeremonie im Fokus – kein Wunder, wurde die Zeremonie doch im 16. Jahrhundert von Zen-Buddhisten entwickelt. Harmonie (Wa), Respekt (Kei), Reinheit (Sei) und Gelassenheit (Jaku) sind die vier Prinzipien der japanischen Teezeremonie, die bis heute gelehrt werden. So hat dieses Ritual eine meditative, fast schon spirituelle Wirkung auf Gastgeber und Gäste. Wir geben Ihnen einen kleinen Einblick in diese faszinierende Welt der japanischen Teezeremonie, bei der nur eine Teesorte getrunken wird: Matcha-Tee, ein pulverisierter, aufwändig gemahlener Grüntee, der in Japan erfunden wurde.

Die Themen im Überblick

Woher kommt die japanische Teezeremonie?

Diese Zeremonie hat ihren Ursprung im Japan des 15. Jahrhunderts. Anhänger des Zen-Buddhismus – Murata Juko und Takeno Jo – haben hier den Genuss von Matcha-Tee mit ihrem Wunsch nach Erleuchtung und innerer Gelassenheit vereint. Seit jeher wird Matcha eine besondere, anregende Wirkung zugesprochen – in Verbindung mit dem stillen, klaren Regeln unterliegenden Ritual sollen sich Geist und Seele öffnen und das Schöne sehen, auch in der Einfachheit, Natürlichkeit und Unvollkommenheit. Diese Art der Ästhetik wird „Wabi“ genannt und prägt bis heute viele japanische Künste. In diesem Zusammenhang fällt oft der Name Sen No Rikyu, ein Teemeister, auf den die heutige Form der Zeremonie zurückgeführt wird. Die japanische Teezeremonie wird auch Chanoyu (heißes Wasser für Tee, auch Cha-no-yu geschrieben) oder Chado (Teeweg) genannt.

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Welche Utensilien werden für die Zeremonie benötigt?

Bei einer Zeremonie, die nach so klaren Regeln abläuft wie die japanische, benötigt man natürlich auch ganz bestimmte Utensilien. Das sind:

  • Chawan - Teeschale
  • Chaire – Teebehälter aus Keramik (für starken, dickflüssigen Tee)
  • Natsume – Teebehälter aus lackiertem Holz (für leichten, dünnen Tee)
  • Mizusashi – Frischwassergefäß
  • Kama – Wasserkessel aus Eisen
  • Hishaku – Schöpflöffel aus Bambus
  • Chashaku – Teelöffel aus Bambus
  • Chasen – Teebesen aus Bambus
  • Fukusa – Teetuch aus Seide (hat der Gastgeber bei sich)
  • Chakin – kleines weißes Leinentuch
  • Furo – Holzkohlebecken
  • Ro – im Boden eingelassene Feuerstelle
  • Kensui – Spülwassergefäß
  • Futaoki – Deckelträger
  • Kaishi – Papierservietten (haben die Gäste bei sich)
  • Sensu – Fächer (haben die Gäste bei sich)

Ablauf einer formellen japanischen Teezeremonie

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Formelle Teezeremonien (Chaji) werden heutzutage meist nur noch in einem Teehaus durchgeführt: Für diese Zeremonie braucht der Gastgeber nicht nur die Utensilien, sondern auch die Räumlichkeiten und Außenbereiche, und vor allem in Städten verfügt kaum jemand noch über ein eigenes Teehaus. Eine solche Zeremonie dauert mehrere Stunden – im hektischen Alltag der meisten Japaner nehmen sich nur noch wenige die Zeit für solch einen Aufwand. Es gibt 16 grundsätzliche Tee-Zubereitungsarten bei der Zeremonie, die vom Anlass, von der Jahreszeit und den Teeutensilien abhängen. Daraus haben sich unzählige weitere Rituale entwickelt, so dass in jeder japanischen Teeschule eine bestimmte Variation gelehrt wird.

Bei dem außergewöhnlichen Ritual steht die Besinnung des Gastgebers auf seine Gäste und umgekehrt im Mittelpunkt. Stress, Arbeit, störende Gedanken bleiben vor den Türen des Tee-Raums, und nach der Tee-Einladung können die Teilnehmer etwas von der Gelassenheit und Stille dieser Zeit wieder in den Alltag hineinnehmen. Eine solche Zusammenkunft läuft dabei wie folgt ab:

  • Die Gäste treffen sich pünktlich in einem Warteraum, Machiai genannt. Dort bekommen sie heißes Wasser in Schälchen – so können sie sich von der Qualität des Wassers überzeugen.
  • Auf einer Bank (Koshikake-machiai) warten die Gäste auf ihren Gastgeber und genießen in aller Stille den Blick in den Teegarten (Roji).
  • Der Gastgeber oder die Gastgeberin begrüßt die wartenden Personen schweigend und geleitet sie zum Teeraum. Auf dem Weg dorthin spülen sich die Gäste an einem Becken symbolisch den Mund und waschen die Hände. So können sie innerlich und äußerlich gereinigt den Teeraum durch den Nijiriguchi betreten: einen gerade mal einen Meter hohen Eingang. Alles Weltliche bleibt vor dem Eingang zurück - die Gäste sind ab jetzt auf einer anderen geistigen Ebene und genießen die Zusammenkunft mit allen Sinnen.
  • Wenn alle Besucher Platz genommen haben – üblicherweise auf Tatamis, den japanischen Reisstrohmatten, denn Stühle gibt es hier nicht –, begrüßt der Gastgeber sie nochmals formell. Anschließend kommen die Gäste in den Genuss von Kaiseki: Das ist ein aufwändiges Mahl aus hochwertigen Zutaten und nach traditionellen Rezepten zubereitet, die Haute Cuisine Japans sozusagen. Ob Sashimi, gesimmertes Gemüse, gegrillter Fisch oder Suppe – die Köstlichkeiten richten sich in ihrer Zusammensetzung immer nach der Saison und werden wie spanische Tapas in kleinen Portionen serviert.
  • Anschließend legt der Gastgeber die Holzkohle und serviert Omogashi, traditionelle, kuchenartige Süßigkeiten.
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  • Danach - mittlerweile sind gute eineinhalb Stunden vergangen – gehen die Gäste zurück zur Wartebank und ruhen sich dort nach dem Mahl aus. In der Zwischenzeit bereitet der Gastgeber den Teeraum auf die eigentliche Zeremonie vor. Mit einem Gong ruft er die Gäste wieder zurück, die sich erneut am Steinwasserbecken reinigen.
  • Nun bereitet der Gastgeber den Matcha-Tee vor, und zwar den Koicha, dickflüssig und stark. Den intensiven Geschmack erhält der Koicha, da hier mehr Teepulver auf weniger Wassermenge verwendet wird. Zudem stammt der Koicha von Teeblättern, deren Teebüsche mindestens 30 Jahre alt sind. Die Gäste trinken alle aus einer Schale, die herumgereicht wird, in absolutem Schweigen und mit formellen Gesten.
  • Nach dem Koicha ist es Zeit für Usucha, einen leichteren Tee, der jedem Gast individuell in einer Schale gereicht wird. Für den Usucha wird weniger Teepulver mit erhöhter Wassermenge verwendet. Die Teeblätter für den Usucha stammen von jungen Teebüschen. Die Gäste können sich nun auch unterhalten – über die Teeutensilien, den Tee, das Essen oder auch das Wetter. Auf keinen Fall über Arbeit, Probleme oder andere alltägliche Dinge!
  • Zum Schluss müssen die Teegeräte von allen Gästen begutachtet und kommentiert werden. Der Gastgeber verabschiedet die Besucher, die über den Warteraum wieder "in den Alltag zurückkehren".

Ablauf einer informellen Zeremonie

Bei einer informellen Teezeremonie (Chakai), die knapp eine Stunde dauert, wird auf das opulente Mahl verzichtet. Im Mittelpunkt steht hier die Zubereitung des Tees. Für vollendeten Genuss werden bei diesen Zeremonien ebenfalls Omogashi gereicht, deren süßer Geschmack einen Kontrast zum eher bitteren Matcha bildet. Auch hier gibt es verschiedene Varianten der Durchführung. Beim Chabako beispielsweise sind alle Utensilien in einem kleinen Kasten, so dass das Tee-Ritual auch außerhalb eines Teeraums zelebriert werden kann. Bei einer Chakai wird dünner, leichter Tee (Usucha) zubereitet.

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Handgriffe bei der Teezubereitung

Wie die Teezubereitung im Einzelnen aussehen kann, erklären wir Ihnen anhand des Chabako-Rituals:

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  • Der Teemeister nimmt alle Teegeräte aus dem Kästchen und legt sie ohne ihre schützenden Stoffbeutel (Shifuku) auf einen Tisch.
  • Er faltet das Seidentuch auf eine genau vorgegebene Art und Weise und reinigt damit symbolisch den Teebehälter und den Teelöffel.
  • Die vorgewärmte und gereinigte Teeschale wird mit dem kleinen Leinentuch getrocknet.
  • Nun wird das Matcha-Pulver in die Teeschale gegeben, mit heißem Wasser aufgegossen und mit dem Bambusbesen (Chasen) schaumig geschlagen.

Die japanische Teezeremonie ist ein Genuss für die Seele. Wenn Sie eine Japan-Reise planen, gehört der Besuch eines Teehauses auf jeden Fall auf Ihre To-do-Liste. Doch auch in Europa können Sie einer solche Zeremonie besuchen – in vielen Großstädten gibt es Kulturzentren, die Vorführungen anbieten. Vor allem in Düsseldorf ist das Angebot sehr groß, da hier die weltweit größte japanische Enklave außerhalb von Japan ihr Zuhause gefunden hat. Dort lernen Sie nicht nur das Ritual kennen, sondern können auch noch mehr über die Geschichte von Japan und auch die Teezeremonie erfahren.

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